Nun gehts bald nach Deutschland, Ankunft dann am Münchner Flughafen.
Ich bin ganz hin und her gerissen. Irgendwie kann ich mir nicht vorstellen, wie ich mit den vielen Menschen, diesem Ubahngedrängel und diesem Konsumwahnsinn zurecht komm. Heute stand in der Apotheke ein Mann mit zirka nem halben Meter Abstand hinter mir. Ich empfand das als unerhört nah und bedrängend. Und erschöpft war ich auch schon, weil ich in zwei Geschäften zwischen unterschiedlichen Produkten auswählen musste. Dann fiel mir meine bevorstehende Heimreise ein und ich musste Lachen - das kann ja was werden.
Und dann freu ich mich natürlich arg, Freunde wieder zu sehen, und meine Mama.
Ja genau, Mama, in Schweden darf man das auch als Erwachsener sagen und schreiben, allerdings dann Mamma (ich sag ja, schwedisch ist für Legastheniker wie mich eine echter Hirnmixer. Da hab ich in Deutschland Jahre gebraucht, um Mama mit nur ein m zu schreiben, jetz sinds wieder zwei m).
Also die Mama sehn, und die Leut und die bucklige Verwandschaft. Und bayerisch hören und reden, und maulige Leut. Vielleicht is sogar a echter Grantler dabei. Und a Leberkassemmel, davon träum ich seit Monaten, an warmen Leberkas in da Semmel.
Und dann weiß ich auch, dass fast alle, bei denen ich übernacht eine Badewanne haben. Wir haben hier keine, und ich war immer der Badewannencomicleser, und das mach ich dann bis mir die Haut ganz runzlig wird. Genau.
Und dann ess ich wieder a Leberkassemmel. Und dann geh ich in a Bäckerei und schau mir einfach an, was es da alles so gibt und mach a Foto für meinen Chef, der kann sich des net vorstellen. Und dann geh i no in a Metzgerei und mach da a a Foto für ihn.
Und rauchen, rauchen, bei Freunden, sogar ganz unvorstellbar im Haus! Und grad zum Trotz setz ich mich mit ner Bierflasche an nen öffentlichen Ort.
Und es ist so lange hell, den ganzen Tag.
Ja, ich werds sehn, und dann vielleicht ganz erschöpft von der vielen Zivilisation und der Hektik und dem zu warmen Wetter wieder heim kehren, zum Herrn Dinkelacker und der Zimpfelsberger am See.
16. Dezember 2014
12. Dezember 2014
Teufel Alkohol
Neulich hatte ich eine Unterhaltung über allerlei Trinkgepflogenheiten hier und anderswo und es endete wo es immer endet, auf der Wiesn.
Beginnen tats damit, dass ich versuchte raus zu finden, warum es so gar keine Kneipen- und Wirtshauskultur gibt in dieser Gegend. Oder sagen wirs so, das hab ich vorgeschoben.
Alkohol.
Dazu muss man wissen, dass sämtliche Spirituosen die eine Umdrehung von 3,5 % überschreiten in Schweden nur in staatlichen Geschäften zu einem stattlichen Preis zu erhalten sind. Wer Alkohol öffentlich als Getränk anbietet, muss auch Mahlzeiten anbieten. Beides teuer.
Alkohol als Abrundung zum Essen zu konsumieren ist ungewöhnlich und verpöhnt.
Wenn trinken, dann Vollgas und Vollsuff, vorzugsweise Freitag Abend mit Vorglühen, gerne mit Prügelei oder Randaliererei abgerundet.
Als völlig daneben gilt auch noch eine andere Sache. So antwortete Herr Dinkelacker an der Kasse eines eben erwähnten Alkoholgeschäfts auf die Frage ob er denn eine Tüte haben wolle ganz unschuldig freundlich mit einem Nein, nein vielen Dank, das sind ja nur zwei Flaschen. Auf dem Weg von der Ausgangstür über den Parkplatz bis zum Auto, die Likörflaschen an die Brust geklemmt vor sich her tragend, dämmerte es ihm. Da draußen, in der öffentlichen Welt des monströsen Parkplatzes begegneten ihm die gleichen seltsamen, schwedisch reserviert entsetzten Blicke, die ihm schon der Kassierer zuwarf. Vermutlich wäre er mit einem rosa Riesendildo unter dem Arm weniger aufgefallen. Also immer schön einpacken, das Teufelszeug.
Das unentspannte Verhältnis zum Alkohol hat in Schweden eine lange Geschichte. Über Sinn und Unsinn und allerlei Gründe ließe sich viel lamentieren.
Nun, sagen wir so, es ist den Bewohnern Skandinaviens wohl immer schon ein Schweres gewesen, ein nun ja angemessenes Verhältnis zum Alkoholkonsum zu haben. Und einmal voll bis zum Rand wird auch der zurückhaltenste schüchternste Schwede wieder zum Wikinger.
Zudem hatte hier einst die evangelisch lutheranische Kirche den Staatsreligionsbonus erhalten und ihre Bestimmung in der totalen Ablehnung jeglicher Form der Lebensfreude gefunden, ganz im Sinne der englischen und amerikanischen Kirchen. Kein Singen, kein Tanzen, kein Saufen.
Das Ganze hatte natürlich zur Folge, dass Schwarzbrennen sich seit jeher äußerster Beliebtheit erfreut und nun erst langsam durch die neue freie Welt der EUweiten Versandbestellungen ersetzt wird.
So also, die Unterhaltung.
Ich meine, in Schweden ists grad andersrum als in Italien, Alkohol gehört da zum Alltag, aber volltrunkene Italiener in der Öffentlich sind mir noch nie begegnet - außer, fällt mir ein, natürlich in München zur Oktoberfestzeit. Mein Gesprächspartner stellt sich als der erster Nichtkenner des Oktoberfestes heraus.
Hm Oktoberfest, was is jetz des. Weltbekanntes Volksfest, also ürsprünglich mal ein Jahrmarkt, aber nun gehts eher darum, in riesigen Zelten an langen Tischen zu sitzen und sich die Hucke voll zu schütten. Mein Gegenüber versteht nicht. Ich mein noch, Bayern is halt katholisch. Der Witz zieht auch nicht, dafür ist die Vorstellung von Katholisch zu weit weg.
Aber, irgendwie schäme ich mich wohl ein bisserl und versuch das Ganze zu neutralisieren, es gibt auch Fahrgeschäfte und lustige Atraktionen erzähle ich, wie eine Köpfungsvorstellung beim Schichtl oder den Flohzirkus. Flohzirkus erntet große Begeisterung, ich beschreib ihn noch ein wenig, mit den kleinen Kutschen und ja, wirklich, echte Flöhe.
Aber diese Trinksache ist nicht vergessen. Ansich gehts um Bier oder wie? Ja, schon, ich gestehe, es ist am Besten, als Münchner um diese Zeit die Stadt zu verlassen, da kommen sie aus aller Welt und sitzen in den überfüllten Bierzelten, trinken schlecht eingeschenktes teures Bier und kotzen anschließend noch ein wenig die Stadt voll. Was ist jetz schlecht eingeschenkt, werde ich gefragt und erhalte höchstmögliche Aufmerksamkeit bei der Erwähnung, dass das Bier in 1l Portionen serviert wird. Naja, das geht noch eine ganze Weile so, ich werde über Lustiges und Kurioses auf der Wiesn ausgefragt. Und dann, dann hat er eine ganz gute Vorstellung davon, was da los ist, und wie bekannt diese Wiesn eigentlich ist. Und dann frägt er mich, wieso denn um Himmelswillen dieses Oktoberfest so bekannt ist und Leute da extra aus dem Ausland hinfahren oder dafür Urlaub nehmen - und da, da stoße ich an meine Grenzen, ich verstumme, ich bin ratlos.
Ich denke immernoch darüber nach.
7. Dezember 2014
Chef und Wirklichkeit
Es is garnet so einfach, wenns drum geht zu erklären, wieso mein Chef, der wirklich ein Netter is und den ich gern mag, mich manchmal so in den Wahnsinn treibt.
Nun is des ja ganz grundsätzlich einfach eine Arbeit bei der sich dauernd alles ändert. Bauern sagen ab, einen Tag bevor wir zu ihnen kämen. Aus 40 Kühen werden, ist man einmal angekommen, auf einmal 25 oder 60 Stück. Der Frontlader, der die Geräte in den Stall hieven soll, ist kaputt, das Wetter spielt nicht mit. All sowas. Arbeitstage, Aufstehzeiten und Feierabende ändern sich ständig. Und es is net einfach, da seinen eigenen Kram irgendwie zu organisieren.
Und da kommt dann noch die Natur von meinem Chef dazu.
Sein Leben:
Familie mit 5 Kindern. A kleine Landwirtschaft. Die Frau arbeitet, wie in Schweden üblich Vollzeit. Seine Arbeit als Klauenschneider ist nicht nur anstrengend sondern auch ziemlich zeitaufwendig, mit bis zu 5 Stunden Anfahrten und jeden Abend zuhause noch LKW und Geräte desinfizieren.
Könnt man jetz meinen, is scho a ganzer Haufen zum Tun, reicht scho.
Aber dann ist er noch Fußballtrainer von ner Jugendmannschaft, im Kirchenverein, musiziert hier und da und in der Politik wird auch noch mitgemischt. Irgendwann, als mal wieder alles kreuz und quer ging und er ganz fertig davon war, hab ich gmeint, dass er vielleicht a bisserl zu viel macht. Dann hat er gemeint, er mag das so. Is auch recht. Jedem seins.
Er kann ja auch damit leben.
Aberichnicht.
Seine Natur:
Dazu hier ein kleines Fallbeispiel.
In der letzten Novemberwoch schickt mir mein Chef, besser gsagt sei Frau, den Plan für Dezember. Also an welchen Tagen arbeit is, wann ich morgens da sein soll, wie viele Kühe ungefähr und wann ca. zuhause.
(Nachdem ich am Anfang von Tag zu Tag nie wusste wies weiter geht bzw. sich alles ständig geändert hat, und ich dann ständig alles andere ändern musste, hab ich sie dazu genötigt, mir immer so einen Arbeitszeitplan zu machen.)
Also ich schau so den Plan durch und schau so und schau dann auf einmal a bisserl blöd.
Weil da steht, dass wir in einer Woche 2 mal hintereinander auswärtig übernachten, Dienstag bis Donnerstag sind wir auf Tour. Denn darauf folgenden Freitag sind wir komischerweise in der gleichen Gegend, fahren aber Donnerstag heim und Freitag morgen wieder hin.
Ich wusste net, dass in dem Jahr nochmal Übernachtungen anstehen und bin auch nicht begeistert, weil dass für mich nicht mehr Geld sondern nur mehr Zeit bedeutet. Abends in irgend einem Zimmer Zeit totschlagen und warten auf den nächsten Tag zum weiterarbeiten.
Für den Herrn Dinkelacker heißt das, irgendwie den Hund mit der Arbeit organisieren, dass die Zimpfelsberger morgens noch Auslauf und Futter und nachmittags noch Bewegung bekommt und nicht vereinsamt. Klingt nicht so schwierig, ist es aber wenn man bedenkt, dass es bis 8 und ab 15 Uhr dunkel ist, stockdunkel.
Mein Chef erklärt mir später, dass wir jenen Donnerstag deswegen heimfahren, weil er da ein Treffen hat, das er nicht verpassen will. Sowas in der Art dacht ich mir schon.
Ich vereinbare mit der Autowerkstatt, dass ich ihnen in der Woche in der ich weg bin, den Subaru Dienstag morgen hinstelle und ihn Donnerstag abends wieder abhole, sie können den Kabelschaden in der Zeit reparieren wann sie wollen, weil ich bin ja eh auswärtig.
Mit dem Chef mach ich aus, dass er mich Dienstags um 6 Uhr morgens da an der Werkstatt aufsammelt.
Am Abend vorher pack ich also meine Krempel für zwei Nächte und drei Tage zusammen, da ruft der Chef durch und meint, ob wir uns morgens wo anders treffen können, da an der Werkstatt ist es doch nicht so günstig für ihn. Gut, dann fahren am nächsten Morgen der Herr Dinkelacker, der eigentlich später los wollte und ich im Konvoi zur Werkstatt und dann fährt mich Herr Dinkelacker noch zu meinen Treffpunkt und dann weiter in seine Arbeit.
Als mein Chef und ich dann für die nächsten Stunden so durch die morgendliche Finsternis fahren, meint er, wir übernachten nur einmal und fahren morgen, also Mittwoch abend doch heim, denn am Mittwoch ist um 18 Uhr eine Vereinssitzung von dem Kirchenzeugs, dass wär ihm wichtig.
Ich verkneif mir die Frage, wieso er mir dass jetz erst sagt und nehme an, dass sich das vielleicht erst gestern kurzfristig ergeben hat.
Dann arbeiten wir und übernachten ganz wunderbar als einzige Gäste in einem großen Haus in der Einsamkeit.
Am nächsten Tag rufe ich in der Werkstatt an und frage, ob ich vielleicht das Auto schon heut wieder holen könnte. Der Mann von der Werkstatt ist verwirrt und frägt, ob wir nicht Donnerstag ausgemacht hätten. Ich meine, doch doch, ja, es hätte sich bloß etwas geändert und ich käme heute schon wieder heim, so um fünf könnt ichs holen, sag ich noch, denn mein Chef will ja um 6 bei der Sitzung sein. Der Mechaniker sagt, er versuchts und schickt mir dann ne SMS.
Dann arbeiten wir an einem wirklich schönen Fleckchen Erde, zwischen Wald, Feld und See.
Also wir dort los fahren meint der Chef, ob ich denn heute mein Auto bekäme, wie käm ich denn sonst morgen zu ihm. Ich sage ihm, ich weiß noch nichts genaues, da die in der Werkstatt ja dachten, sie hätten noch einen Tag. Ob ich schon mit ihnen dort gesprochen hätte? Ich sag ja, die wissen bescheid und versuchens hin zu bekommen. Er meint ich soll doch nochmal anrufen. Ich sag nein, ich wart jetz mal ab, es ist ja erst mittag. Und denken tu ich mir, dass ich denen nicht dauernd auf die Nerven gehen will, nur weil mein Chef mir das nicht früher sagen konnte.
Während des Heimfahrens klingelt ChefensTelefon, na das klingelt eigentlich dauernd, aber diesmal bekomme ich mit, dass er zu sagt, noch wo nen Zwischenstop einzulegen und 4 akute Hinkefußfälle zu behandeln. Ich wundere mich, denn zeitlich ist das nicht mehr drin, wegen seinem Termin halt. Er legt auf und sagt mir, wir machen noch wo 4 Akutfälle, die hat er nämlich zwei Tage zuvor vergessen und versetzt, sodass er jetzt schlecht nein sagen kann. Irgendwann bekom ich die SMS, dass mein Auto fertig ist. Muss jetz aber darum bitten, den Schlüssel auf dem Reifen zu legen, da ich es zu den Werkstattöffnungszeiten doch nicht mehr schaffe.
Wir machen die vier anderen Kühe, mein Chef ist, so ruhig er auch versucht zu bleiben heillos gestresst und wir viel zu spät. Aus irgendeinem Grund ruft mein Chef bei der Autowerkstatt an und spricht da irgendwas wegen meinem Schlüssel auf den AB. Ich atme tief durch.
Er setzt mich wenig später beim Auto ab und verschwindet in der Nacht.
Am nächsten Morgen fahr ich zu ihm, und im LKW Platz genommen, frage ich ihn bei dem üblichen Wie-gehts-Begrüßen, ob er es gestern noch irgendwie zum Treffen geschafft hat. Er meint,ach nein nein, er hätte sich vertan, das Treffen war garnicht gestern, dass sei heute.
Ich weiß nicht wo ich hin schauen soll.
Da war kein zweites Treffen, keine Verschiebung, da war immer nur dieses eine Treffen, das am Donnerstag abend, das von dem er mir schon erzählt hat.
Immer wieder ziehts mir die Mundwinkel hoch.
Und während ich so verloren in mich hinein grinse klingelt wieder sein Telefon. Am anderen Ende ist jemand, der frägt, wann wir den kämen, er warte bereits eine Weile. Es ist nicht die Person, zu der wir an diesem Tag fahren, es ist die Person, mit der mein Chef für diesen Tag auch einen Termin ausgemacht hat.
Ich erinnere mich da an das Gespräch, dass wir gestern hatten, wo er meinte, er schreibe alles in einen Kalender, daheim, und bis dahin könne er sich schon immer alles merken. Dann erinnere ich mich noch an seine Worte, einst, dass er eigentlich nie etwas vergesse, ich bräuchte das nicht aufschreiben für ihn mit den Sachen die er nachkaufen musste.
Mein Chef spricht nach seinem letzten Telefonat lange nicht, er hält sich mit beiden Händen am Lenkrad fest und starrt hinaus.
Ich habe Zeit und hänge meinen Gedanken nach.
Natürlich schaffen wir es auch heute nicht rechtzeitig nach Hause. Eine Stunde nach dem sein Treffen begonnen hat, kommen wir vor seinem Haus an. Und zu dem Treffen ists sicher auch nochmal ne halbe Stunde Fahrt.
Ich kratz mein Auto frei und fahr heim.
Am nächsten Morgen frage ich diesmal nicht nach, wies denn jetz mit dem Treffen lief. Und er sagt keinen Ton darüber.
Warum?
...Ich wills nicht wissen...
Nun is des ja ganz grundsätzlich einfach eine Arbeit bei der sich dauernd alles ändert. Bauern sagen ab, einen Tag bevor wir zu ihnen kämen. Aus 40 Kühen werden, ist man einmal angekommen, auf einmal 25 oder 60 Stück. Der Frontlader, der die Geräte in den Stall hieven soll, ist kaputt, das Wetter spielt nicht mit. All sowas. Arbeitstage, Aufstehzeiten und Feierabende ändern sich ständig. Und es is net einfach, da seinen eigenen Kram irgendwie zu organisieren.
Und da kommt dann noch die Natur von meinem Chef dazu.
Sein Leben:
Familie mit 5 Kindern. A kleine Landwirtschaft. Die Frau arbeitet, wie in Schweden üblich Vollzeit. Seine Arbeit als Klauenschneider ist nicht nur anstrengend sondern auch ziemlich zeitaufwendig, mit bis zu 5 Stunden Anfahrten und jeden Abend zuhause noch LKW und Geräte desinfizieren.
Könnt man jetz meinen, is scho a ganzer Haufen zum Tun, reicht scho.
Aber dann ist er noch Fußballtrainer von ner Jugendmannschaft, im Kirchenverein, musiziert hier und da und in der Politik wird auch noch mitgemischt. Irgendwann, als mal wieder alles kreuz und quer ging und er ganz fertig davon war, hab ich gmeint, dass er vielleicht a bisserl zu viel macht. Dann hat er gemeint, er mag das so. Is auch recht. Jedem seins.
Er kann ja auch damit leben.
Aberichnicht.
Seine Natur:
Dazu hier ein kleines Fallbeispiel.
In der letzten Novemberwoch schickt mir mein Chef, besser gsagt sei Frau, den Plan für Dezember. Also an welchen Tagen arbeit is, wann ich morgens da sein soll, wie viele Kühe ungefähr und wann ca. zuhause.
(Nachdem ich am Anfang von Tag zu Tag nie wusste wies weiter geht bzw. sich alles ständig geändert hat, und ich dann ständig alles andere ändern musste, hab ich sie dazu genötigt, mir immer so einen Arbeitszeitplan zu machen.)
Also ich schau so den Plan durch und schau so und schau dann auf einmal a bisserl blöd.
Weil da steht, dass wir in einer Woche 2 mal hintereinander auswärtig übernachten, Dienstag bis Donnerstag sind wir auf Tour. Denn darauf folgenden Freitag sind wir komischerweise in der gleichen Gegend, fahren aber Donnerstag heim und Freitag morgen wieder hin.
Ich wusste net, dass in dem Jahr nochmal Übernachtungen anstehen und bin auch nicht begeistert, weil dass für mich nicht mehr Geld sondern nur mehr Zeit bedeutet. Abends in irgend einem Zimmer Zeit totschlagen und warten auf den nächsten Tag zum weiterarbeiten.
Für den Herrn Dinkelacker heißt das, irgendwie den Hund mit der Arbeit organisieren, dass die Zimpfelsberger morgens noch Auslauf und Futter und nachmittags noch Bewegung bekommt und nicht vereinsamt. Klingt nicht so schwierig, ist es aber wenn man bedenkt, dass es bis 8 und ab 15 Uhr dunkel ist, stockdunkel.
Mein Chef erklärt mir später, dass wir jenen Donnerstag deswegen heimfahren, weil er da ein Treffen hat, das er nicht verpassen will. Sowas in der Art dacht ich mir schon.
Ich vereinbare mit der Autowerkstatt, dass ich ihnen in der Woche in der ich weg bin, den Subaru Dienstag morgen hinstelle und ihn Donnerstag abends wieder abhole, sie können den Kabelschaden in der Zeit reparieren wann sie wollen, weil ich bin ja eh auswärtig.
Mit dem Chef mach ich aus, dass er mich Dienstags um 6 Uhr morgens da an der Werkstatt aufsammelt.
Am Abend vorher pack ich also meine Krempel für zwei Nächte und drei Tage zusammen, da ruft der Chef durch und meint, ob wir uns morgens wo anders treffen können, da an der Werkstatt ist es doch nicht so günstig für ihn. Gut, dann fahren am nächsten Morgen der Herr Dinkelacker, der eigentlich später los wollte und ich im Konvoi zur Werkstatt und dann fährt mich Herr Dinkelacker noch zu meinen Treffpunkt und dann weiter in seine Arbeit.
Als mein Chef und ich dann für die nächsten Stunden so durch die morgendliche Finsternis fahren, meint er, wir übernachten nur einmal und fahren morgen, also Mittwoch abend doch heim, denn am Mittwoch ist um 18 Uhr eine Vereinssitzung von dem Kirchenzeugs, dass wär ihm wichtig.
Ich verkneif mir die Frage, wieso er mir dass jetz erst sagt und nehme an, dass sich das vielleicht erst gestern kurzfristig ergeben hat.
Dann arbeiten wir und übernachten ganz wunderbar als einzige Gäste in einem großen Haus in der Einsamkeit.
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Landwirtschaft in Nordschweden:
typischer Kuhstall, im Schein der Nachmittagssonne
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| Hoffnung in Nordschweden: letzte Arbeiten, nur noch 3 Stunden Heimfahrt, dann Feierabend |
Am nächsten Tag rufe ich in der Werkstatt an und frage, ob ich vielleicht das Auto schon heut wieder holen könnte. Der Mann von der Werkstatt ist verwirrt und frägt, ob wir nicht Donnerstag ausgemacht hätten. Ich meine, doch doch, ja, es hätte sich bloß etwas geändert und ich käme heute schon wieder heim, so um fünf könnt ichs holen, sag ich noch, denn mein Chef will ja um 6 bei der Sitzung sein. Der Mechaniker sagt, er versuchts und schickt mir dann ne SMS.
Dann arbeiten wir an einem wirklich schönen Fleckchen Erde, zwischen Wald, Feld und See.
Also wir dort los fahren meint der Chef, ob ich denn heute mein Auto bekäme, wie käm ich denn sonst morgen zu ihm. Ich sage ihm, ich weiß noch nichts genaues, da die in der Werkstatt ja dachten, sie hätten noch einen Tag. Ob ich schon mit ihnen dort gesprochen hätte? Ich sag ja, die wissen bescheid und versuchens hin zu bekommen. Er meint ich soll doch nochmal anrufen. Ich sag nein, ich wart jetz mal ab, es ist ja erst mittag. Und denken tu ich mir, dass ich denen nicht dauernd auf die Nerven gehen will, nur weil mein Chef mir das nicht früher sagen konnte.
Während des Heimfahrens klingelt ChefensTelefon, na das klingelt eigentlich dauernd, aber diesmal bekomme ich mit, dass er zu sagt, noch wo nen Zwischenstop einzulegen und 4 akute Hinkefußfälle zu behandeln. Ich wundere mich, denn zeitlich ist das nicht mehr drin, wegen seinem Termin halt. Er legt auf und sagt mir, wir machen noch wo 4 Akutfälle, die hat er nämlich zwei Tage zuvor vergessen und versetzt, sodass er jetzt schlecht nein sagen kann. Irgendwann bekom ich die SMS, dass mein Auto fertig ist. Muss jetz aber darum bitten, den Schlüssel auf dem Reifen zu legen, da ich es zu den Werkstattöffnungszeiten doch nicht mehr schaffe.
Wir machen die vier anderen Kühe, mein Chef ist, so ruhig er auch versucht zu bleiben heillos gestresst und wir viel zu spät. Aus irgendeinem Grund ruft mein Chef bei der Autowerkstatt an und spricht da irgendwas wegen meinem Schlüssel auf den AB. Ich atme tief durch.
Er setzt mich wenig später beim Auto ab und verschwindet in der Nacht.
Am nächsten Morgen fahr ich zu ihm, und im LKW Platz genommen, frage ich ihn bei dem üblichen Wie-gehts-Begrüßen, ob er es gestern noch irgendwie zum Treffen geschafft hat. Er meint,ach nein nein, er hätte sich vertan, das Treffen war garnicht gestern, dass sei heute.
Ich weiß nicht wo ich hin schauen soll.
Da war kein zweites Treffen, keine Verschiebung, da war immer nur dieses eine Treffen, das am Donnerstag abend, das von dem er mir schon erzählt hat.
Immer wieder ziehts mir die Mundwinkel hoch.
Und während ich so verloren in mich hinein grinse klingelt wieder sein Telefon. Am anderen Ende ist jemand, der frägt, wann wir den kämen, er warte bereits eine Weile. Es ist nicht die Person, zu der wir an diesem Tag fahren, es ist die Person, mit der mein Chef für diesen Tag auch einen Termin ausgemacht hat.
Ich erinnere mich da an das Gespräch, dass wir gestern hatten, wo er meinte, er schreibe alles in einen Kalender, daheim, und bis dahin könne er sich schon immer alles merken. Dann erinnere ich mich noch an seine Worte, einst, dass er eigentlich nie etwas vergesse, ich bräuchte das nicht aufschreiben für ihn mit den Sachen die er nachkaufen musste.
Mein Chef spricht nach seinem letzten Telefonat lange nicht, er hält sich mit beiden Händen am Lenkrad fest und starrt hinaus.
Ich habe Zeit und hänge meinen Gedanken nach.
Natürlich schaffen wir es auch heute nicht rechtzeitig nach Hause. Eine Stunde nach dem sein Treffen begonnen hat, kommen wir vor seinem Haus an. Und zu dem Treffen ists sicher auch nochmal ne halbe Stunde Fahrt.
Ich kratz mein Auto frei und fahr heim.
Am nächsten Morgen frage ich diesmal nicht nach, wies denn jetz mit dem Treffen lief. Und er sagt keinen Ton darüber.
Warum?
...Ich wills nicht wissen...
27. November 2014
Tonnenstier und Zentnerfacke
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Größenvergleich:
Da Hugo (im Bild links) und i
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Spannend wirds heut beim Arbeiten erst, als es heißt, den vier Stieren müsste man auch die Klauen schneiden. Mein Chef meint, er is sich nicht sicher, ob die in das Schneidedings, er nennt es immer Stuhl, also ob die da rein passen. Davor gibts Kaffee zur Stärkung, ich werd von den Katzen als neue Streicheloption gleich mal besetzt.
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Kaffeepause in bester Gesellschaft
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Dann ran an die boviden Männer. Das dauert seine Zeit, bis so ein Stier meint, es is schon in Ordnung in das grüne Gruselding zu gehen. Mit anschieben oder am Halfter reinführen is bei der Masse an Viech nix mehr zu machen. Und als der erste Stier dann eigentlich fertig ist und wieder raus gehen soll, setzt er sich erstmal hin, und da sitzt er dann und schaut und wir schauen auch und warten, bis es ihm genehm ist, sich da doch wieder raus zu schieben. Der nächste hat sich gleich mal ganz hingelegt. So hat sich das dann ein bisserl gezogen, bis alle vier von denen dann irgendwann rein und vor allem auch wieder raus gingen.
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| So siehts aus mit den tobenden Stieren. Wenns komisch wird, erstmal hinsetzen. |
Also komm ich erst spät heim, macht aber nix, dunkel ists ja eh schon seit vier Uhr.
Die Zimpfelsberger hat auch schon selbst für ihren Auslauf gesorgt. Sie ist nach 2 Stunden Gassirunde mit der Nachbarin vor ihrer Haustür davon und war dann noch 3 weitere Stunden eigenständig unterwegs. Jetzt liegt sie komatös mit aufgeblähter Wampe auf ihrem Platz und wir rätseln, wo sie sich immer wieder so vollstopft. Herr Dinkelacker nennt sie "Zentnerfacke", und wenn ich sie mir grad so anschau, triffts das ganz gut.
22. November 2014
schweinische Angelegenheit
Donnerstags hatten wir arbeitstechnisch mal einen bisserl anderen Auftrag.
An sich ists ja immer so: Zu einem Hof fahren, mit dem LKW rumrangieren, Ladeklappe auf, Arbeitsgeräte raus, Gitter und Tärä abladen, alles rumschieben und wuchten, dann eine Kuh, und die nächste, und noch eine und so weiter und irgendwann warens 70 Stück und ein ganzer Tag.
Diesmal gabs zwei Sonderkunden, die auf diesem Hof hier: Röbacks 4H Gard, oder 4H Gard leben. Man sieht da auch gleich a Bild von Kunde eins, Schweins.
Also, so a Sau braucht halt auch amal an Klauenschnitt. Schneiden an sich is ja jetz nicht grad schmerzvoll, aber das gilt halt nicht als Argument, Eltern wissen wovon ich red. Und außerdem wird man festgehalten, das is schon ganz a arge Sach.
Also, die Schweinerl erkennen meinen Chef, und ab unters Stroh, tarnt aber nur bedingt.
Dann wird man ausgegraben!
Und festgehalten!
Und die Hufe werden verstümmelt!
Und weil des alles so schlimm is, muss man schreien wie am Spieß.
Mein Chef hat mir Gott sei Dank geraten, den Gehörschutz mit zu nehmen. Jetz weiß ich auch warum.
Und das ist auch die Auflösung des akustischen Rätsels von Freitag: Sau ist nicht mit Maniküre einverstanden.
Nach zwei Schweinen war ich dann froh, das Feierabend war. Die haben immer so viel Kraft, so Sauen.
Und es war nicht grad leicht, die zum Stillhalten zu überreden.
Schade nur, s nächste Mal mögens mich auch nimmer.
20. November 2014
kleines akustisches Rätsel
Was passiert hier?
a) Der Zombierun in Umeå ist dieses Jahr etwas ausgeartet
b) Endkampf eines Computerspielgemetzels
c) Die Nachbarin ist auf ihren Gatten wütend
d) Mikro ist hinüber
e) Ich habe etwas schlechte Laune
Auflösung gibts morgen.
a) Der Zombierun in Umeå ist dieses Jahr etwas ausgeartet
b) Endkampf eines Computerspielgemetzels
c) Die Nachbarin ist auf ihren Gatten wütend
d) Mikro ist hinüber
e) Ich habe etwas schlechte Laune
Auflösung gibts morgen.
19. November 2014
Es gilt zu lernen
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| An die schönen Dinge im Leben gewöhnt man sich immer ganz schnell. Armseliger Ausblick aus unserem Zimmer in der Plattenbausiedlung. |
Eine neues Land. Ein neues Leben.
An die neuen guten Dinge im Leben gewöhnt man sich immer ganz schnell, die muß man nicht lernen, die nimmt man hin, wenns hoch kommt freut man sich.
Dann gibts die neuen Sachen, die einfach zum Kotzen sind, die kann man auch nicht lernen, wenns hoch kommt, gewöhnt man sich.
Und dann gibts noch die Dinge, die nun ja, hm, anders sind.
Ich sage anders, denn in einem “neuen” Land fühlt man sich auf einmal so verpflichtet, sich nicht lustig zu machen und schon garnicht rum zu kritteln .
Jetz komm ich aber nicht nur aus dem Beschwererland Deutschland sondern auch noch aus dem Maulerland Bayern.
Und ich gebs zu, ja ich bin ein alter Moserer.
Und wir sind ja unter uns.
Also, Nordschweden, es gilt zu lernen:
Ein Gatter, das bei jedem Schließversuch aus den Angeln springt wird nicht reperiert sondern akzeptiert, die hohen Stromrechnungen werden diskutiert, aber sämliche Beleuchtungen haben weiterhin auch bei Abwesenheit zu brennen.
Unstimmigkeiten werden nicht ausgesprochen sondern ausgesessen.
In einer Rundmail an Arbeitskollegen kann man durchaus eheliche Probleme erwähnen.
Fragen über Gehälter, Preise und Finanzierungen sind keineswegs unhöflich und im übrigen sowieso für jedermann über jedermann einsehbar. Also bloß nicht nervös werden, weil man sich ein wenig gläsern fühlt.
Privat gibts nicht, weil ja alle gleich sind, die Gemeinschaft das Wichtigste ist und man - besonders gruselig - an das Gute im Menschen glaubt.
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Ohnehin hat Schweden den USA in freundlicher Unterstützung Leitungen zur Verfügung gestellt, um die digitale Bespitzelung auf dem europäischen Kontinent nicht unnötig zu erschweren. Ganz im Sinne der Konfliktvermeidung stellt man sowohl staatlich als auch privat seine Möglichkeiten gerne bereit, ganz neutral versteht sich.
Spontanität könnte Stress verursachen und macht die Leute mitunter nervös, das ist zu fordernd und bedrängend. Ebenso wie rasches Handeln oder Entscheidungsfreudigkeit.
Das wichtigste ist und bleibt der Teamgeist. Teamgeist im Sinne von “alle sind zufrieden mit der Entscheidung”, was genau genommen heißt, keine Entscheidungen, oder wenn dann so etwas wie weiche Entscheidungen, also welche, die veränderbar bleiben und gerne noch einmal besprochen werden können. Am besten ist es, so lange zu zögern bis einfach etwas passiert. Dann ist es eben geschehen und keiner kann etwas dafür. Das ist das Allerbeste.
Wer nicht in das Bild des geduldigen, sozialen, neutralen und kompromissbereiten Bürgers passt sollte sich in psychiatrische Behandlung begeben oder Künstler werden. In der Regel gibt es für ersteres ausreichend passende Pharmazeutika, die ohnehin in jedem Bereich als übliche Lösung großzügig gehandhabt werden. Für zweiteres gibt es steuerliche Vorteile, wer einen Künstler engagiert muß keine Mehrwertsteuer bezahlen.
Drogen - also die, dies nicht auf Rezept gibt - sind ganz, ganz schlecht, allesamt ganz böse und bis auf Zigaretten und Alkohol illegal.
So ist es ja auch nur logisch, dass der Staat allein allen Alkohol über 3.5 % verkauft und daran verdient. Alkohol ist auch ganz böse, der wird nicht einfach zum Essen konsumiert. Als logische Konsequenz wird dann eine ganze Wochenration an Alkohol Freitag abends nachgeholt -und rein damit. Montags gibt es die üblichen Meldungen über Schlägerei, Randale oder Vandalismus.
Wie es dann wirklich um den Konsum anderer Rauschmittel steht, ist leicht abzuleiten: Wenn, dann gscheit.
Kaffee und Snus übrigens sind in keinem Fall Drogen, sondern nationale Identität. Basta!
Und ganz wichtig, Milch. Milch ist immer gesund.
So, und hier endet meine lose Sammlung für heute.
So ein anständiges Rumgestichel am Abend, da schläft man doch gleich besser.
Noch ein Gläschen Milch und gute Nacht!
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| Milch hinein, schlaf gut ein! |
13. November 2014
Selbstmordbad
12. November 2014
Worüber man sich freut
Heute gibts was zu feiern:
Wieder mal beim Zahnarzt erfahre ich, dass die Försäkringskassa es tatsächlich geschafft hat, meine Kosten richtig zu berechnen. Die Geschichte dazu hab ich ja schon mal erzählt in "Vernetzt und verheddert" . Nun also, knapp ein Jahr Mitgliedschaft ist vergangen, funktioniert die Berechnung meiner Zahnarztkosten. Die Lösung dazu war tatsächlich, dass die alten Rechnungen neu eintippselt werden mussten.
Wieder mal beim Zahnarzt erfahre ich, dass die Försäkringskassa es tatsächlich geschafft hat, meine Kosten richtig zu berechnen. Die Geschichte dazu hab ich ja schon mal erzählt in "Vernetzt und verheddert" . Nun also, knapp ein Jahr Mitgliedschaft ist vergangen, funktioniert die Berechnung meiner Zahnarztkosten. Die Lösung dazu war tatsächlich, dass die alten Rechnungen neu eintippselt werden mussten.
So isses mit der schönen neuen Onlinewelt.
Lustig issa ja schon, so ein Zahnarztbesuch.
Net, dass jetz so a Zahnbehandlung lustig is. Wobei - die Zeiten, bei denen man sich vor Schmerzen fürchten muss sind ja auch nur noch Legenden. Jetz fürchtet man sich halt vor den Rechnungen danach.
Aber lustig für mich ist, in wie vielen Bereichen sich dieses schwedische Sicherheitsgedöns bemerkbar macht. Die Zahnärztin hat immer eine Vollverglasung vorm Gesicht, ein Plasikvisier. Der Patient bekommt auch eine Brille auf.Gott sei Dank! Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich nach jeder neuen Füllung Verletzungen am Auge hatte.
Und immer wenn die Zahnärztin dieses UV Lichtteil zum Füllung aushärten her nimmt, hält die Assistentin ein lila Glas über meinen Mund. Auch net schlecht.
Bin auch jedesmal wieder beeindruckt von dieser Fülle an Hilfsmitteln und Geräten und dem schier endlosen Einsatz derer. Ich glaub, die haben da einen persönlichen Ehrgeiz, so viel Hilfsmittel wie nur irgend möglich einzusetzen. Vermutlich hängt da im Kaffeeraum ein Zettel mit einer Hitliste der besten Ideen zum Einsatz von dem ganzen Gerümpel. So gesehen is die Brille dann vielleicht doch noch nötig.
Und Röntgen natürlich, einmal röntgen pro Behandlung muss schon mindestens drin sein. Dauert dann auch alles seine Zeit, is ja nicht so einfach, die Sachen da in den Mund rein und raus und umtauschen und andere rein und raus und röntgen und Scheibe hin und Scheibe weg und trallala.
Ich kann mich noch gut an meinen ersten Zahnarztbesuch hier erinnern. Angefüllt mit deutschem Zeitverständnis und diesem Begriff der Zeitverschwendung fühlte ich mich in der Ewigkeit gefangen. Es schien, als wäre bei jedem einzelnen die Handbremse angezogen, irgendwo da tief drin in deren Eingeweide. In mir wuchs von Minute zu Minute das Bedürfnis die alle anzuschieben, anzubrüllen und in den Arsch zu treten.
Mittlerweile ist es einfacher für mich. Ich platze nicht mehr, nicht immer, nicht bei allem. Manchmal ist es sogar richtig angenehm. Ich habe Zeit. Oder ich weiß es ist sinnlos…
Also gut, heute Zahnarzt, Freude wegen der Försäkringskassa, dann noch warme Arbeitsklamotten kaufen. Und Druckknöpfe. Ich entscheide mich für die schwarzen kleinen. Andere gibt es auch nicht. Aber sie haben welche. Ein weiterer Grund zur Freude. Produktvielfalt in Nordschweden bedeutet, man freut sich wenn es etwas gibt. Man freut sich noch mehr, wenn man es auch noch im ersten ( und manchmal einzigen) Laden dafür bekommt.
Zuhaus ratsche (jetz hatte ich doch tatsächlich “plaudern” geschrieben, aber das tut ja weh!) ich noch ein bisserl mit der Nachbarin darüber, wie ich mich selbständig melden kann, dann ist es auch schon halb vier und gleich dunkel.
Abends findet Herr Dinkelacker ein Schmankerl der Werbetexter:
Lustig issa ja schon, so ein Zahnarztbesuch.
Net, dass jetz so a Zahnbehandlung lustig is. Wobei - die Zeiten, bei denen man sich vor Schmerzen fürchten muss sind ja auch nur noch Legenden. Jetz fürchtet man sich halt vor den Rechnungen danach.
Aber lustig für mich ist, in wie vielen Bereichen sich dieses schwedische Sicherheitsgedöns bemerkbar macht. Die Zahnärztin hat immer eine Vollverglasung vorm Gesicht, ein Plasikvisier. Der Patient bekommt auch eine Brille auf.Gott sei Dank! Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich nach jeder neuen Füllung Verletzungen am Auge hatte.
Und immer wenn die Zahnärztin dieses UV Lichtteil zum Füllung aushärten her nimmt, hält die Assistentin ein lila Glas über meinen Mund. Auch net schlecht.
Bin auch jedesmal wieder beeindruckt von dieser Fülle an Hilfsmitteln und Geräten und dem schier endlosen Einsatz derer. Ich glaub, die haben da einen persönlichen Ehrgeiz, so viel Hilfsmittel wie nur irgend möglich einzusetzen. Vermutlich hängt da im Kaffeeraum ein Zettel mit einer Hitliste der besten Ideen zum Einsatz von dem ganzen Gerümpel. So gesehen is die Brille dann vielleicht doch noch nötig.
Und Röntgen natürlich, einmal röntgen pro Behandlung muss schon mindestens drin sein. Dauert dann auch alles seine Zeit, is ja nicht so einfach, die Sachen da in den Mund rein und raus und umtauschen und andere rein und raus und röntgen und Scheibe hin und Scheibe weg und trallala.
Ich kann mich noch gut an meinen ersten Zahnarztbesuch hier erinnern. Angefüllt mit deutschem Zeitverständnis und diesem Begriff der Zeitverschwendung fühlte ich mich in der Ewigkeit gefangen. Es schien, als wäre bei jedem einzelnen die Handbremse angezogen, irgendwo da tief drin in deren Eingeweide. In mir wuchs von Minute zu Minute das Bedürfnis die alle anzuschieben, anzubrüllen und in den Arsch zu treten.
Mittlerweile ist es einfacher für mich. Ich platze nicht mehr, nicht immer, nicht bei allem. Manchmal ist es sogar richtig angenehm. Ich habe Zeit. Oder ich weiß es ist sinnlos…
Also gut, heute Zahnarzt, Freude wegen der Försäkringskassa, dann noch warme Arbeitsklamotten kaufen. Und Druckknöpfe. Ich entscheide mich für die schwarzen kleinen. Andere gibt es auch nicht. Aber sie haben welche. Ein weiterer Grund zur Freude. Produktvielfalt in Nordschweden bedeutet, man freut sich wenn es etwas gibt. Man freut sich noch mehr, wenn man es auch noch im ersten ( und manchmal einzigen) Laden dafür bekommt.
Zuhaus ratsche (jetz hatte ich doch tatsächlich “plaudern” geschrieben, aber das tut ja weh!) ich noch ein bisserl mit der Nachbarin darüber, wie ich mich selbständig melden kann, dann ist es auch schon halb vier und gleich dunkel.
Abends findet Herr Dinkelacker ein Schmankerl der Werbetexter:
"Dekorativer Spitzensaum hat in Kombination mit Blusen oder als Solist die besten Voraussetzungen für ein angesagtes Lieblingsstück"
Damit ist eigentlich alles gesagt.
Mit diesen Worten und einem ebenso zusammenhangslosen Bild eines ebenso sinnlosen Produktes der Lebensmittelindustrie:
Habe die Ehre und gute Nacht Euch allen!
6. November 2014
heut is Motzen
Es schneit. Ich freu mich nicht drüber. Nein, heute habe ich irgendwann beschlossen, zu bocken. Also, es schneit. Natürlich ist es nicht kalt genug, dass er liegen bleibt. So watschel ich durch den Matsch.
Es ist stockfinster und 18 Uhr. Wir verladen den Arbeitsgerätekram in den LKW. Danach noch 3 Stunden Heimfahrt. Also nicht vor Halbzehn daheim. Dafür schon um Viertelnachfünf aufgestanden. Stundenlang nur Kuhhufe. Der Job kotzt mich an. Ich hasse mein Leben. Und weil ich grad so schön drin bin auch gleich ein paar Leute die mich in der letzten Zeit auflaufen haben lassen, den November und diese immer eisigen Gummistiefel. Zwischendurch is mir eher zum Heulen oder Schreien, ich kann mich nicht entscheiden.
Aber morgen ist ein neuer Tag, genau!
Er verspricht genauso lang und zäh zu werden wie heute.
Zuhause ist die Zimpfelsberger der Nachbarin zweimal davon und war verschollen. Beim 2. Mal wurde sie nach anderthalb Stunden von Irgendjemand im Auto zurück gebracht, weil sie a Adressmarke hat.
Sehr gut, da hass ich doch gleich noch diese Zaunlosigkeit in Schweden.
Kann denn hier keiner sein Grundstück schön fest, dicht und hoch eingrenzen, als seins markieren und sich dann vielleicht auch aufregen, wenn der Ast von Nachbars Obstbaum drüber hängt, wie sichs gehört.
Also gut, und gute Nacht!
Es ist stockfinster und 18 Uhr. Wir verladen den Arbeitsgerätekram in den LKW. Danach noch 3 Stunden Heimfahrt. Also nicht vor Halbzehn daheim. Dafür schon um Viertelnachfünf aufgestanden. Stundenlang nur Kuhhufe. Der Job kotzt mich an. Ich hasse mein Leben. Und weil ich grad so schön drin bin auch gleich ein paar Leute die mich in der letzten Zeit auflaufen haben lassen, den November und diese immer eisigen Gummistiefel. Zwischendurch is mir eher zum Heulen oder Schreien, ich kann mich nicht entscheiden.
Aber morgen ist ein neuer Tag, genau!
Er verspricht genauso lang und zäh zu werden wie heute.
Zuhause ist die Zimpfelsberger der Nachbarin zweimal davon und war verschollen. Beim 2. Mal wurde sie nach anderthalb Stunden von Irgendjemand im Auto zurück gebracht, weil sie a Adressmarke hat.
Sehr gut, da hass ich doch gleich noch diese Zaunlosigkeit in Schweden.
Kann denn hier keiner sein Grundstück schön fest, dicht und hoch eingrenzen, als seins markieren und sich dann vielleicht auch aufregen, wenn der Ast von Nachbars Obstbaum drüber hängt, wie sichs gehört.
Also gut, und gute Nacht!
3. November 2014
Tapetenwechsel
28. Oktober 2014
Vernetzt und Verheddert
Mittlerweile hat sich für mich ein ganz klarer Favorit unter den Behörden heraus kristallisiert. Eine Weile konnte ich mich nicht zwischen Arbeitsamt und Försäkringskassan, der Sozialkrankenundsonstnochwaskasse entscheiden.
Nun liegt aber Försäkringskassan klar vorne.
Försäkringskassan ist keine freiwillige Kasse, vielmehr eine staatliche Institution, die Mitgliedschaft ist obligatorisch für jeden.
Försäkringskassan ist keine freiwillige Kasse, vielmehr eine staatliche Institution, die Mitgliedschaft ist obligatorisch für jeden.
Wie schon mal erwähnt, ich hatte bei Försäkringskassan den Aufnahmeantrag im Oktober 2013 gestellt und schon im Sommer 2014 die Bestätigung erhalten, seit November 2013 Mitglied zu sein.
Nun ist das so in Schweden, Zahnarztbehandlungen zahlt man selbst. Überschreiten die Behandlungskosten innerhalb eines Jahres einen bestimmten Betrag, halbieren sich aber alle weiteren anfallenden Kosten, überschreitet man eine weitere Kostengrenze, zahlt man nur noch 20% usw.
Dabei kommt nun Försäkringskassan ins Spiel. Sie ist zuständig für diese Zahnkostenrabattgeschichten.
Die Berechnungen erfolgen an sich automatisch, die Zahnpraxen stellen nur den Restbetrag in Rechnung. An sich wie gesagt, denn dazu muss man von der Försäkringskassa freigeschaltet sein. Freigeschaltet dafür wurde ich erst nach einigen Telefonaten im September 2014.
Ärger mit den Zähnen hatte ich schon kurz nach meiner Ankunft im neuen Land.
Auf alle Fälle wurde gebohrt und wurzelbehandelt, und auf und zu und trallala.
Im Dezember 2013 ist der Zahn dann auseinander gebröselt.
Im Dezember 2013 ist der Zahn dann auseinander gebröselt.
Bei dem daraus folgenden Zahnarztbesuch war ich also unwissenderweise schon Mitglied der Försäkringskassa. Ebenso bei der Folgebehandlung, raus mit den Zahnresten im April 2014.
Diesen August und September folgten nun weitere Zahnbehandlungen.
(Und ja, ich hab klapprige Zähn).
Dabei wurde mir bewußt, dass ich mit den vielen Zahnbehandlungen schon längst Anspruch auf Rabatte haben mußte. Durch Nachfragen wurde ich immerhin mal grundsätzlich freigeschaltet.
Wir erinnern uns, Mitgliedschaft in der Försäkringskassa seit November 2013, Bestätigung der Aufnahme August 2014, Freischaltung für die Zahnärzte also September 2014.
Wir erinnern uns, Mitgliedschaft in der Försäkringskassa seit November 2013, Bestätigung der Aufnahme August 2014, Freischaltung für die Zahnärzte also September 2014.
Nur, da es den Zahnärzten also im Dezember, April und August noch nicht möglich war, meine Behandlungskosten bei der Försäkrinskassa einzubuchen, ist es ihnen jetzt nicht möglich, mir die richtigen rabattierten Rechnung zu stellen.
Auf dem Schreibtisch liegt die unrichtige Rechnung vom Septemberbesuch, noch nicht überwiesen.
Jetzt stehen noch weitere Behandlungen aus, wobei sie mir erst einen Kostenvoranschlag schicken müssen, bevor wir Termine vereinbaren können. Sie können aber keinen Kostenvoranschlag erstellen, da die Kosten erst richtig berechnen werden können, wenn auch die vorangegangenen Rechnungen berücksichtigt werden, was wiederum daran scheitert, dass sie damals nicht verbucht werden konnten und es nun im Land der totalen digitalen Vernetzung nicht möglich ist, sie im Nachhinein zu verbuchen.
Alles wird ganz online und ontime erledigt.
Andererseits ist es nicht vorgesehen, dass die Försäkrinskassa mal ein bisschen mehr on time arbeitet. Ein Fall wie meiner ist ebenfalls nicht vorgesehen, einfach so während den monatelangen Bearbeitungszeiten mit dem Leben weiter zu machen.
Kann mir noch jemand folgen? Dann weiter...
Heute nocheinmal bei meinem Zahnzentrum angerufen.
In 5 Wochen ist das Jahr vorbei, auf das die Rabattberechnung fällt. Bei den hier üblichen Terminvorlaufzeiten ist es nahezu unmöglich, die Termine noch in das Berechnungsjahr zu packen. Mit meinem bisserl Einkommen ist es aber auch nahezu unmöglich, die vollen Beträge zu zahlen. Außeredem weiß ich nicht, was ich mit der fälligen aber falschen Septemberrechnung machen soll.
In 5 Wochen ist das Jahr vorbei, auf das die Rabattberechnung fällt. Bei den hier üblichen Terminvorlaufzeiten ist es nahezu unmöglich, die Termine noch in das Berechnungsjahr zu packen. Mit meinem bisserl Einkommen ist es aber auch nahezu unmöglich, die vollen Beträge zu zahlen. Außeredem weiß ich nicht, was ich mit der fälligen aber falschen Septemberrechnung machen soll.
Ich erfahre, dass das Problem immer noch nicht gelöst sei.
Dass das Problem daran läge, das die Rechner der Praxis nicht mit dem Rechenzentrum der Försäkringskassa über Vergangenes kommunizieren können und das die ITler (hä?) angestrengt versuchen, dass Problem zu lösen. Ich frage mich, wie man denn für das angestrengtes Versuchen über 4 Wochen brauchen kann bzw. wenn dem so ist, danach immer noch meint es gäbe eine Lösung.
Dass das Problem daran läge, das die Rechner der Praxis nicht mit dem Rechenzentrum der Försäkringskassa über Vergangenes kommunizieren können und das die ITler (hä?) angestrengt versuchen, dass Problem zu lösen. Ich frage mich, wie man denn für das angestrengtes Versuchen über 4 Wochen brauchen kann bzw. wenn dem so ist, danach immer noch meint es gäbe eine Lösung.
Termine können wir nicht, weil dürfen wir nicht ohne Kostenvoranschlag ausmachen. Und der - tja, da wären wir wieder.
Die Rechnung solle ich auf keinen Fall bezahlen, dass würde es noch schwieriger machen. Ja, das könne schon sein, dass ich dann ins Mahnverfahren rutsche, das läuft automatisch, wiederum von einer anderen Stelle aus. Nein, da könnten sie nichts machen. Und ja, ich hätte das schon richtig verstanden, Rechnung nicht bezahlen.
Die Rechnung solle ich auf keinen Fall bezahlen, dass würde es noch schwieriger machen. Ja, das könne schon sein, dass ich dann ins Mahnverfahren rutsche, das läuft automatisch, wiederum von einer anderen Stelle aus. Nein, da könnten sie nichts machen. Und ja, ich hätte das schon richtig verstanden, Rechnung nicht bezahlen.
Mir wird auch mitgeteilt, dass mein Problem schon verstanden werde, aber da könne man gerade absolut nichts machen, alle arbeiten daran. Man rufe mich schnellstmöglich an.
Man kennt diesen Satz. Das letzte Mal wurde er mir beim Gespräch mit der Försäkringskassa zuteil.
Ich lege auf
und gebe auf.
Ich gehe mit der Zimpfelsberger hinaus, sie nagt am Knochen, das Telefonat an mir.
Und dann stelle ich mir vor, wie ein Mensch in die Zahnarztpraxis geht. Die bereits gestellten, nicht verbuchbaren Rechnungen wurden noch einmal ausgedruckt. Der Mensch steckt die Papiere in einen Aktenkoffer, in so einen aus Kunstleder in Schlangenhautoptik, Modell DDR, steigt damit in ein Auto und fährt mit diesem Auto die 2 km von der Praxis zur Zentrale der Försäkringskassa. Dort steigt er aus, die Aktentasche an den Leib gepresst, geht in die Zentrale und übergibt sie dort einem anderen Herren. Der wiederum setzt sich an einen PC und tippt die Angaben auf dem Papieren in meine Chronik. Nein, ich korrigiere meine Gedanken. Er tippt die Summen der Rechnungen in einen Taschenrechner, notiert dann handschriftlich die Gesamtsumme auf einem Zettel, und gibt dann telefonisch ein OK, dass nun meine Kostenrechnungen für die weiteren Behandlungen halbiert werden können. Dann steht der zweite Mann auf, und ich weiß, jetzt übertreibe ich wirklich, also er steht auf, zieht einen Ordner aus dem Regal und heftet die Zahnarztrechnungen mit einem handschriftlichen Vermerk ab. Dann schiebt er den Ordner zurück an seinen Platz und schüttelt den Kopf, denn er ist ein wenig ungehalten darüber, dass ihn das ganze jetzt eine halbe Stunde Arbeit gekostet hat.
25. Oktober 2014
22. Oktober 2014
Der Zimpfelsberger ihr Ohr
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| Dank neuester technischer Errungenschaften ist es nun endlich auch Hunde möglich, nach extraterrestrischen Signalen zu lauschen. |
Da wurde das schöne weiche Hundeohr von Tag zu Tag dicker. Und dann wirkte das Räudemittel, das Antiräudemittel natürlich, und die ganzen Milben kämpften um ihr Leben, und so hats noch viel mehr gejuckt. Und so hats noch viel mehr gekratzt. Mittlerweile von Winslern und Jaulern begleitet. Und es wurde wieder dicker und dicker und dicker, das Ohr.
Der Tierarzt bestätigte, dass da ein Blutgefäß geplatzt ist. Das Ohr wurde punktiert, das Blut abgesaugt. Auf dem Weg vom Distriktveterinär zum Auto bekam die Zimpfelsberger als Folge der Sedierung - und weil die Zimpfelsberger bei allem Hier schreit, was man so haben kann - wieder mal einen epileptischen Anfall. Danach kannte sie sich überhaut nicht mehr aus, hat nur geschrien und mich gebissen.
Ganz umsonst war der ganze Krampf natürlich auch noch. der Druckverband und sämtliche Kopfeinwickelversuche haben dem Geschüttel von der Zimpfelsberger nicht stand gehalten. Das Ohr hat sich wieder gefüllt, nach ner Weile trug sie den Kopf schon ganz schief und es wurde wieder dicker und dicker. Jeden Morgen hat man drauf gewartet, dass` doch platzt.
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| Die Zimpfelsberger mit ihrem Blutohr, in angemessen tragender Pose vorgestellt |
Also gut, meine neue Lieblingsbeschäftigung, Warten, diesmal immerhin im Form von Gassi gehen und vergeblich nach was zum Essen suchen. Dann war es irgendwann soweit, sie wurde in Narkose gelegt. Danach ging ich und - wartete, gesessen und Kaffee getrunken, Extraheizer für Autoinnenraum gekauft, gesessen, hmm - noch ein Kaffee, rumgesessen. Irgendwann war das durch und sie platzierten mich neben der schlafenden Zimpfelsberger, umgesessen. Gerade als ich mich meinem Sitzundwarteschicksal ergeben wollte passierte was Merkwürdiges.
Der Tierarzt meinte, wenn ich es mir zutraue, dann würde er uns zwei jetzt heim lassen. Wie, was, ich darf selbstverantwortlich handeln, entscheiden, mir wird selbständiges Denken zugetraut, ui! (Zuhause Tag im Kalender rot anstreichen nicht vergessen). Ich werde heute noch etwas anderes tun als Sitzen und Warten, Freiheit ich komme.
Also los, Rest besprochen, schlafenden Hund verladen, Wartezimmer, bezahlen, Apotheke für Köters Medikamente, heim. Ich schleppte die Zimpfelsberger ins Haus und da döste und wirrte sie so vor sich hin.
Tagelang armer Hund, sie konnte kaum biesln gehn, so nervte und schmerzte es und dieser Kopfverband war unerträglich lästig. Die Zimpfelsberger auch. Ich zeitweise auch. Der Herr Dinkelacker nicht.
Der Tierarzt meinte, wenn ich es mir zutraue, dann würde er uns zwei jetzt heim lassen. Wie, was, ich darf selbstverantwortlich handeln, entscheiden, mir wird selbständiges Denken zugetraut, ui! (Zuhause Tag im Kalender rot anstreichen nicht vergessen). Ich werde heute noch etwas anderes tun als Sitzen und Warten, Freiheit ich komme.
Also los, Rest besprochen, schlafenden Hund verladen, Wartezimmer, bezahlen, Apotheke für Köters Medikamente, heim. Ich schleppte die Zimpfelsberger ins Haus und da döste und wirrte sie so vor sich hin.
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| Altweibersommer |
Zwei Tage später Verband ab, nur noch der Elisabethanische Kragen, aber das machte es erstmal nicht besser. Den Kopf trug sie ausnahmslos total verdreht, das gesteppte Ohr sollte ihrer Meinung nach immer nach unten hängen. Dadurch wurde sie noch ungeschickter mit diesem Kragen und dann musste man ja auch noch immer so zucken wenn schütteln noch nicht geht. Dadurch entwickelte sie eine völlig fremdartig anmutende Form der Fortbewegung. Wir haben sie liebevoll unser Quasimodo genannt. Sie wimmerte vor sich hin. Aber irgendwann wurde es besser. Für alle.
Jetz springt und rennt sie wieder, holt sich ihr Zweitfrühstück vom Nachbarhund, schüttelt den Kopf vor sich hin und würde gerne wieder auf Fuchsjagd gehen. Und ihre depperten Besitzer haben grad überhaupt keinen Sinn für letzteres. Was die wieder haben.
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| Medikamentenmissbrauch, ein häufig unterschätztes Phänomen bei Haustieren |
20. Oktober 2014
Dinner for Sweden
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| meine kleine Schachtelwelt |
18. Oktober 2014
Nordversaut
Herr Dinkelacker beim Surfen im WWW: "Aha, da schau her, in Barcelona badns no, mittn im Winter"
17. Oktober 2014
Assimilation und Widerstand...
Es ist dunkel als ich heim fahr. Natürlich keinerlei Verkehr auf der Strasse. Dann fällt mein Blick auf den Tacho. Ich fahre langsamer als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Ich kanns nicht fassen. Ich, der hinter einem Trödelrentner fahrend stets den kaum zügelbaren Drang verspürt, einfach in das vorherige Fahrzeug rein zu rauschen und anzuschieben. Ich, der schon zweimal nen Monat ohne Führerschein auskommen musste, wegen "unbelehrbaren Verhalten", in meinem Fall gehäufter erwischter Raserei.
Mittlerweile trag ich also nichtnur ungeniert Jogginghosen außer Haus und öffentlich, lange Unterwäsche im Haus (womit ich nicht unser Haus mein), streich mir ein Brot auf dem Tisch, ohne Teller oder Brett, versteck mich wie ein Fixer, wenn ich eine Zigarette rauch, nein, jetzt bummel ich auch verträumt über Landstraßen... Was wird nur aus mir werden?
16. Oktober 2014
10. Oktober 2014
Freitags is immer am längsten
Manch ein Leben ist nicht lang. Ankunft am Hof und in der Realität.
Später weiter zum nächsten Hof. Ich bin verwirrt, ein weiterer öffentlich Rauchender. Alles dauert und es ist mühsam, die Geräte in den Stall zu schaffen. Der Stall ist Scheiße. In mehrfacher Hinsicht. Vor allem wörtlich genommen, man patscht überall in Kuhfladenplörre herum.
Dann der Auftritt der Woche. Die Frau des Bauern, Kippe in der einen Hand, schönes Gesicht, Piercings, Tattoos, gestylte Fingernägel, laut und temperamentvoll, rauscht durch den Stall und in die Kühe. Leider ist ihre Stimme nicht gerade schön, umso mehr erhebt sie sie. Was für eine außergewöhnlich andere Familie denk ich noch und nehme im gleichen Augenblick wahr, dass sie dänisch miteinander reden.
Leider gehts dann schief, die Kühe sind nach einer Weile ziemlich durch und wollen nicht mehr. Der Chef ist langsam auch durch und will auch nicht mehr. Die Kühe verstehen nicht, was man von ihnen will. Ich werd sauer über den Umgang mit den Kühen. Der Stall ist eben Scheiße.
Spät nachts verladen wir, noch eine Notfallkuh wo anders, dort noch eine Mitternachtsfika, dann fahren wir 5 Stunden durch die Nacht. Halb sechs Uhr morgens bin ich daheim. Kurzes Leben für den einen, langer Tag für andere.
9. Oktober 2014
that's not Germany
Wir tingeln für den Rest der Woche im Jämtland herum und heut morgen sieht es hinter dem Hotel dann so aus:
Ich freu mich.
Während der Fahrt erzählt mir mein Chef, dass er vor ein paar Tagen Deutsche getroffen hat und sie ham sich unterhalten. Der Chef hat ihnen erzählt, dass er einen Mitarbeiter hat der auch aus Deutschland ist. Es wurde nachgefragt, woher aus Deutschland. Er meint "Bavaria", die meinen "that's not Germany".
Einfach immer wieder erfrischend, wie Bayern außerhalb Bayerns gesehen wird. Für die Bürger der anderen 15 Bundesländer ist es wunderschöne Landschaft die leider von engstirnigen, verbohrten Grantlern besetzt ist, welche wiederum keinerlei Interesse daran zeigen, sich in irgendeiner Weise deutsch zu fühlen und immer noch einem König hinterher hängen, der das aus dem Volk gepresste Geld mit wahnwitzigen Prachtbauten durch brachte. Für den Rest der Welt hingegen ist häufig Bayern gleich Deutschland, in dem alle in Seppelhosen herumlaufen, Bier trinken und durch Jodeln kommunizieren. Und auch wer gar nichts über Deutschland weiß, der hat zumindest schon vom Oktoberfest gehört.
Und hielt ich mich auch stets von dieser Volkstümelei und Bayernflaggenmentalität fern, empfinde ich Bayern in politischer und gesetzgebender Hinsicht noch immer als unmöglich, die Deutschen, das sind die anderen. Das waren immer die anderen, die die da auch so im Club sind. Die, die statt der CSU eine CDU haben, die mit den rätselhaften Gesamtschulen, die mit den freundlichen Polizisten, die die viel reden und gerne marschieren.
Ich war als Kind schon in Spanien, Italien, Österreich natürlich, aber das gilt nicht, Griechenland, und Irland gewesen, da hatte ich noch nie deutschen Boden jenseits der Ober-und Niederbayerischen Grenzen betreten.
Das war damals einfach viel weiter weg als heute Nordschweden.
8. Oktober 2014
het gröt
Frühstückstisch gedeckt mit Löffeln und Suppentellern. Alles klar, nix klar. Ich werds schon sehn, wie so oft. Die Tischrunde füllt sich mit Menschen. Ich verstehe nie, wo die dann alle her kommen. Junge Frau mit Baby, älterer Herr mit Ranzen, junger Kerl mit ausgebeulter Snusbefüllter Oberlippe, die Dürre, der Dürre, beide gleich groß und der Hausherr, vermutlich. Hände werden geschüttelt, Namen gesagt, Verwandschaften erläutert. Ich nenn meinen Namen, so an die acht mal, deute mechanisch nickend völligen Überblick an und bemühe mich noch nicht einmal mir irgendwas zu merken. Mein Hirn ist noch nicht wach. Ich glaub, mein Körper eigentlich auch nicht. Dann die Auflösung des Suppenrätsels, ein großer Topf mit Grießbrei wird hin gestellt. Het gröt, eine Variante der schwedische Pampe zum Frühstück. Brot, Butter und Käse gibt es auch. Das gibts ja immer und überall dazu. Großes Erstaunen über meine morgendliche Essensunlust und eine Aufklärung die ich - wer häts gedacht - nicht zum ersten mal in meinen Leben erhalte, dass das Frühstück doch die wichtigste Mahlzeit am Tage sei. Wie immer sind die Leute sehr nett und ich versteh wenig von dem worüber sie sich unterhalten. So beschäftige ich mich mit viel Kaffee trinken und herumstarren. Ein fließender Übergang also zum gestrigen Abend, nichts tun, aushalten, warten, ruhig bleiben.
Dann endlich schlurfen wir alle in unsere Arbeitsklamotten und Gummistiefel. Die Kühe sind so nett und gepflegt wie die Besitzer. Die Arbeit läuft. Mittags pellen wir uns wieder aus unseren stinkigen kuhscheißebespritzten Overalls. Der Bauer, groß, gepflegt, Ohrringe in beiden Ohren, Schnauzbart, wechselt von der Dreckhose in eine schwarze enge Lederhose. Diesmal ist alles klar.
Gegen 6 Uhr abends sind wir nach 80 Kühen am nächsten Stall für weitere 60 Kühe. Und da seh ich ihn. Den ersten Schweden der völlig ungeniert einfach raucht. Einfach so, Kippe in der Hand. Bis dato sind mir so nur Jugendliche untergekommen, die damit ein wenig ihrem rebellischen Geist Ausdruck verleihen wollten.
Der Tag endet spät. Weil mein Chef es vertrödelt hat, rechtzeitig eine Übernachtung zu buchen enden wir in einem noblen Hotel. Schlafen und Frühstücken ist leider alles, was wir hier an Angeboten nutzen.
Dann endlich schlurfen wir alle in unsere Arbeitsklamotten und Gummistiefel. Die Kühe sind so nett und gepflegt wie die Besitzer. Die Arbeit läuft. Mittags pellen wir uns wieder aus unseren stinkigen kuhscheißebespritzten Overalls. Der Bauer, groß, gepflegt, Ohrringe in beiden Ohren, Schnauzbart, wechselt von der Dreckhose in eine schwarze enge Lederhose. Diesmal ist alles klar.
Gegen 6 Uhr abends sind wir nach 80 Kühen am nächsten Stall für weitere 60 Kühe. Und da seh ich ihn. Den ersten Schweden der völlig ungeniert einfach raucht. Einfach so, Kippe in der Hand. Bis dato sind mir so nur Jugendliche untergekommen, die damit ein wenig ihrem rebellischen Geist Ausdruck verleihen wollten.
Der Tag endet spät. Weil mein Chef es vertrödelt hat, rechtzeitig eine Übernachtung zu buchen enden wir in einem noblen Hotel. Schlafen und Frühstücken ist leider alles, was wir hier an Angeboten nutzen.
17. September 2014
von Elchen und Pilzen
Antwort eines bayerischen Elchs auf unser Beutebild vom Schwammerlsuchen.
"täuschend ähnlich! was ist original und was ist die deutsche Fälschung ??? "
14. September 2014
Pappnasen
Herr Dinkelacker hat jetzt seit ein paar Tagen seine Clownsnase in petto. Er fürchtet sich immer mehr vor den Unit Days. Es ist Sonntag. Ich führe ihm einige Übungen meiner neuen grazilen Balettkünste vor, dann zeige ich ihm meine neue Lektüre. Orginal Zorro von 1919.
“Des is glaub i so was, des hat ma in zwei Abenden durchglesen, wenn i s net scho amal in 2 Abenden durchglesen hab.“
Dann kämpft Herr Dinkelacker damit, heraus zu finden, wieviel das surfen mit der SIM fürs Tablet kostet und gibt nach einiger Zeit auf. Er weiß jezt, was er sonst noch dazu buchen kann, wie er es bucht, aber niemals wird erwähnt, was es kostet. Er zieht seine Kleider aus, überlegt, ob er noch nackt den Fahnenmast im Innenhof erklettern sollte, was besonders günstig wäre, wenns ihn dann in die Psychiatrie brächten, denn so entkäme er den Unit Days in der Arbeit. Aber dann seufzt er bloß und geht duschen und verschiebt den Wahnsinn auf später.
Dann kämpft Herr Dinkelacker damit, heraus zu finden, wieviel das surfen mit der SIM fürs Tablet kostet und gibt nach einiger Zeit auf. Er weiß jezt, was er sonst noch dazu buchen kann, wie er es bucht, aber niemals wird erwähnt, was es kostet. Er zieht seine Kleider aus, überlegt, ob er noch nackt den Fahnenmast im Innenhof erklettern sollte, was besonders günstig wäre, wenns ihn dann in die Psychiatrie brächten, denn so entkäme er den Unit Days in der Arbeit. Aber dann seufzt er bloß und geht duschen und verschiebt den Wahnsinn auf später.
26. August 2014
macht Eure Gemeinschaft alleine!
Heut hab ich meine EU Krankenkarte bekommen. Na geht doch, nicht mal ein Jahr vergangen seit ich versuche, die zu bekommen.
Der Herrr Dinkelacker kommt von der Arbeit heim. Ich versuche gerade einen Lammfellmantel so umzunähen, das meine Arme es durch die Siebzigergerjahreschnittärmel schaffen und darin auch nicht langsam absterben und auch mein Busen nicht völlig zerquetscht wird. Da hält der Sambo sich die ausgetrunkene rote Espressotasse auf die Nase und meint verzweifelt, er bräuchte jetzt eine Clownsnase. Ich weiß nicht recht wie ich reagieren soll, ich bin betreten, starre auf den Tisch.Ich kann mir das Lachen nimmer verkneifen. Mir ist scho klar wovon er spricht, so was kann nur mit einer Sache in Zusammenhang stehen. Schon seit Wochen wächst in Herrn Dinkelacker die Angst, die Angst vor den Unitdays. Ein richtiger Grant packt ihn da, wenn er dran denkt. Das heißt was, ich kenne kaum eine duldsameren Menschen als ihn. Aber die Erlebnisse der letzten Gemeinschaftstage haben ihn für immer verändert. Da rückt dann das ganze Department seiner Arbeit mit 74 Leuten aus um zusammen 2 Tage der Gemeinschaft und der Diskussion zu verbringen. Sowas ist an sich schon so a Sach. Doch hier habens das Ganze bis zur Perfektion in die Sinnlosigkeit getrieben. Denn niemals nicht wird irgendetwas beschlossen. Es wird also nicht nur in Gruppen endlos ganz umsichtig diskutiert - also eher um den heißen Brei geredet- man belässt dass ganze auch genau dabei. Man stellt fest wie gut es doch ist, mal darüber gesprochen zu haben und verschiebt sämtliche Entscheidungen dazu auf später. Zwischendurch natürlich die üblichen Sozialspielchen. Und nun eben als Höhepunkt noch ein Abend in Verkleidung. Ein herber Rückschlag in meinen Bemühungen das ganze hier nicht wieder als riesigen Spielplatz von erwachsenden Kindern zu betrachten. Ich schlage ihm alternativ so blinkende Plastikhörnchen vor. Er meint vielleicht geht er einfach als Transe.
Der Herrr Dinkelacker kommt von der Arbeit heim. Ich versuche gerade einen Lammfellmantel so umzunähen, das meine Arme es durch die Siebzigergerjahreschnittärmel schaffen und darin auch nicht langsam absterben und auch mein Busen nicht völlig zerquetscht wird. Da hält der Sambo sich die ausgetrunkene rote Espressotasse auf die Nase und meint verzweifelt, er bräuchte jetzt eine Clownsnase. Ich weiß nicht recht wie ich reagieren soll, ich bin betreten, starre auf den Tisch.Ich kann mir das Lachen nimmer verkneifen. Mir ist scho klar wovon er spricht, so was kann nur mit einer Sache in Zusammenhang stehen. Schon seit Wochen wächst in Herrn Dinkelacker die Angst, die Angst vor den Unitdays. Ein richtiger Grant packt ihn da, wenn er dran denkt. Das heißt was, ich kenne kaum eine duldsameren Menschen als ihn. Aber die Erlebnisse der letzten Gemeinschaftstage haben ihn für immer verändert. Da rückt dann das ganze Department seiner Arbeit mit 74 Leuten aus um zusammen 2 Tage der Gemeinschaft und der Diskussion zu verbringen. Sowas ist an sich schon so a Sach. Doch hier habens das Ganze bis zur Perfektion in die Sinnlosigkeit getrieben. Denn niemals nicht wird irgendetwas beschlossen. Es wird also nicht nur in Gruppen endlos ganz umsichtig diskutiert - also eher um den heißen Brei geredet- man belässt dass ganze auch genau dabei. Man stellt fest wie gut es doch ist, mal darüber gesprochen zu haben und verschiebt sämtliche Entscheidungen dazu auf später. Zwischendurch natürlich die üblichen Sozialspielchen. Und nun eben als Höhepunkt noch ein Abend in Verkleidung. Ein herber Rückschlag in meinen Bemühungen das ganze hier nicht wieder als riesigen Spielplatz von erwachsenden Kindern zu betrachten. Ich schlage ihm alternativ so blinkende Plastikhörnchen vor. Er meint vielleicht geht er einfach als Transe.
24. August 2014
Was haben wir gelacht heute
Heute ist Samstag und Arbeiten, stört mich an sich nicht weiter. Nur war ich da unter der Woche schon. Es hatte geschüttet am jenem Morgen, da hab ich per SMS nachgefragt, ob die Arbeit ins Wasser fällt. Nein hieß es, Wetter wird hoffentlich besser. Ich bin hingefahren. Dann Fika, also Kaffeetrinken, Ratscherei, Zeit vergeht, dann eine Runde um den Hof und Arbeit wegen zu starkem Regen auf heute verschoben. Wieder heimgefahren. Ich bin mir nicht so sicher, ob mich diese Gelassenheit nicht doch einmal in den Wahnsinn treibt. Ich bin mir auch nicht sicher ob ich gewillt bin, das als Gelassenheit zu bezeichnen, Verplantheit wär mir lieber. In bösartigen Momenten erkenne ich dahinter Entscheidungsunfähigkeit und die völlige Abwesenheit von Effizienzdenken. (Jetzt, da ich es schreibe muss ich zugeben, dass Effizienzdenken ein grausiges Wort ist.)
Heute also 2. Versuch. Alles gut. Kein Regen, die Rinder haben sich für Fleischkühe, die keinen täglichen menschlichen Kontakt haben ganz ordentlich benommen, also nicht alle haben getreten und versucht über die Absperrung zu springen.
Der klassische Legasthenikerwitz:
Rechtschreibgeschwächter: “Du schau mal bitte, ich weiß nicht wie man das schreibt”
Normallauterkennender, gerne genervt: ” Schlags doch einfach nach”
Hier, liebe Nichtlegastheniker, eine kleine Anekdote zur Veranschaulichung, wie sinnlos solche Kommentare sind:
Des Nächtens lese ich. Ein bisschen Neil Gaiman, der ist nie verkehrt. In seiner Sprache, also Englisch. Dabei fällt mir plötzlich auf, selbstverständlich ohne jeden Zusammenhang zum Buch, dass ich vergessen hab, was Taille auf Englisch heißt. Kein Problem, Laptop ist an, Onlinewörterbuch auf. Ich tippe:Tallie, Talie, Taillie, Talje, ah das ist interessant, es gibt den nautischen Begriff namens Talje, aha, bei einem Flaschenzug, wusste ich garnicht, Tallje,Tallije…keine Idee mehr. Aufgegeben. Heute erfahre ich die englische Entsprechung nicht mehr. Vielleicht Zeit ins Bett zu gehn.
Soviel dazu, wie gesagt, es ist sinnlos.
Heute also 2. Versuch. Alles gut. Kein Regen, die Rinder haben sich für Fleischkühe, die keinen täglichen menschlichen Kontakt haben ganz ordentlich benommen, also nicht alle haben getreten und versucht über die Absperrung zu springen.
Der klassische Legasthenikerwitz:
Rechtschreibgeschwächter: “Du schau mal bitte, ich weiß nicht wie man das schreibt”
Normallauterkennender, gerne genervt: ” Schlags doch einfach nach”
Hier, liebe Nichtlegastheniker, eine kleine Anekdote zur Veranschaulichung, wie sinnlos solche Kommentare sind:
Des Nächtens lese ich. Ein bisschen Neil Gaiman, der ist nie verkehrt. In seiner Sprache, also Englisch. Dabei fällt mir plötzlich auf, selbstverständlich ohne jeden Zusammenhang zum Buch, dass ich vergessen hab, was Taille auf Englisch heißt. Kein Problem, Laptop ist an, Onlinewörterbuch auf. Ich tippe:Tallie, Talie, Taillie, Talje, ah das ist interessant, es gibt den nautischen Begriff namens Talje, aha, bei einem Flaschenzug, wusste ich garnicht, Tallje,Tallije…keine Idee mehr. Aufgegeben. Heute erfahre ich die englische Entsprechung nicht mehr. Vielleicht Zeit ins Bett zu gehn.
Soviel dazu, wie gesagt, es ist sinnlos.
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