Mittlerweile hat sich für mich ein ganz klarer Favorit unter den Behörden heraus kristallisiert. Eine Weile konnte ich mich nicht zwischen Arbeitsamt und Försäkringskassan, der Sozialkrankenundsonstnochwaskasse entscheiden.
Nun liegt aber Försäkringskassan klar vorne.
Försäkringskassan ist keine freiwillige Kasse, vielmehr eine staatliche Institution, die Mitgliedschaft ist obligatorisch für jeden.
Försäkringskassan ist keine freiwillige Kasse, vielmehr eine staatliche Institution, die Mitgliedschaft ist obligatorisch für jeden.
Wie schon mal erwähnt, ich hatte bei Försäkringskassan den Aufnahmeantrag im Oktober 2013 gestellt und schon im Sommer 2014 die Bestätigung erhalten, seit November 2013 Mitglied zu sein.
Nun ist das so in Schweden, Zahnarztbehandlungen zahlt man selbst. Überschreiten die Behandlungskosten innerhalb eines Jahres einen bestimmten Betrag, halbieren sich aber alle weiteren anfallenden Kosten, überschreitet man eine weitere Kostengrenze, zahlt man nur noch 20% usw.
Dabei kommt nun Försäkringskassan ins Spiel. Sie ist zuständig für diese Zahnkostenrabattgeschichten.
Die Berechnungen erfolgen an sich automatisch, die Zahnpraxen stellen nur den Restbetrag in Rechnung. An sich wie gesagt, denn dazu muss man von der Försäkringskassa freigeschaltet sein. Freigeschaltet dafür wurde ich erst nach einigen Telefonaten im September 2014.
Ärger mit den Zähnen hatte ich schon kurz nach meiner Ankunft im neuen Land.
Auf alle Fälle wurde gebohrt und wurzelbehandelt, und auf und zu und trallala.
Im Dezember 2013 ist der Zahn dann auseinander gebröselt.
Im Dezember 2013 ist der Zahn dann auseinander gebröselt.
Bei dem daraus folgenden Zahnarztbesuch war ich also unwissenderweise schon Mitglied der Försäkringskassa. Ebenso bei der Folgebehandlung, raus mit den Zahnresten im April 2014.
Diesen August und September folgten nun weitere Zahnbehandlungen.
(Und ja, ich hab klapprige Zähn).
Dabei wurde mir bewußt, dass ich mit den vielen Zahnbehandlungen schon längst Anspruch auf Rabatte haben mußte. Durch Nachfragen wurde ich immerhin mal grundsätzlich freigeschaltet.
Wir erinnern uns, Mitgliedschaft in der Försäkringskassa seit November 2013, Bestätigung der Aufnahme August 2014, Freischaltung für die Zahnärzte also September 2014.
Wir erinnern uns, Mitgliedschaft in der Försäkringskassa seit November 2013, Bestätigung der Aufnahme August 2014, Freischaltung für die Zahnärzte also September 2014.
Nur, da es den Zahnärzten also im Dezember, April und August noch nicht möglich war, meine Behandlungskosten bei der Försäkrinskassa einzubuchen, ist es ihnen jetzt nicht möglich, mir die richtigen rabattierten Rechnung zu stellen.
Auf dem Schreibtisch liegt die unrichtige Rechnung vom Septemberbesuch, noch nicht überwiesen.
Jetzt stehen noch weitere Behandlungen aus, wobei sie mir erst einen Kostenvoranschlag schicken müssen, bevor wir Termine vereinbaren können. Sie können aber keinen Kostenvoranschlag erstellen, da die Kosten erst richtig berechnen werden können, wenn auch die vorangegangenen Rechnungen berücksichtigt werden, was wiederum daran scheitert, dass sie damals nicht verbucht werden konnten und es nun im Land der totalen digitalen Vernetzung nicht möglich ist, sie im Nachhinein zu verbuchen.
Alles wird ganz online und ontime erledigt.
Andererseits ist es nicht vorgesehen, dass die Försäkrinskassa mal ein bisschen mehr on time arbeitet. Ein Fall wie meiner ist ebenfalls nicht vorgesehen, einfach so während den monatelangen Bearbeitungszeiten mit dem Leben weiter zu machen.
Kann mir noch jemand folgen? Dann weiter...
Heute nocheinmal bei meinem Zahnzentrum angerufen.
In 5 Wochen ist das Jahr vorbei, auf das die Rabattberechnung fällt. Bei den hier üblichen Terminvorlaufzeiten ist es nahezu unmöglich, die Termine noch in das Berechnungsjahr zu packen. Mit meinem bisserl Einkommen ist es aber auch nahezu unmöglich, die vollen Beträge zu zahlen. Außeredem weiß ich nicht, was ich mit der fälligen aber falschen Septemberrechnung machen soll.
In 5 Wochen ist das Jahr vorbei, auf das die Rabattberechnung fällt. Bei den hier üblichen Terminvorlaufzeiten ist es nahezu unmöglich, die Termine noch in das Berechnungsjahr zu packen. Mit meinem bisserl Einkommen ist es aber auch nahezu unmöglich, die vollen Beträge zu zahlen. Außeredem weiß ich nicht, was ich mit der fälligen aber falschen Septemberrechnung machen soll.
Ich erfahre, dass das Problem immer noch nicht gelöst sei.
Dass das Problem daran läge, das die Rechner der Praxis nicht mit dem Rechenzentrum der Försäkringskassa über Vergangenes kommunizieren können und das die ITler (hä?) angestrengt versuchen, dass Problem zu lösen. Ich frage mich, wie man denn für das angestrengtes Versuchen über 4 Wochen brauchen kann bzw. wenn dem so ist, danach immer noch meint es gäbe eine Lösung.
Dass das Problem daran läge, das die Rechner der Praxis nicht mit dem Rechenzentrum der Försäkringskassa über Vergangenes kommunizieren können und das die ITler (hä?) angestrengt versuchen, dass Problem zu lösen. Ich frage mich, wie man denn für das angestrengtes Versuchen über 4 Wochen brauchen kann bzw. wenn dem so ist, danach immer noch meint es gäbe eine Lösung.
Termine können wir nicht, weil dürfen wir nicht ohne Kostenvoranschlag ausmachen. Und der - tja, da wären wir wieder.
Die Rechnung solle ich auf keinen Fall bezahlen, dass würde es noch schwieriger machen. Ja, das könne schon sein, dass ich dann ins Mahnverfahren rutsche, das läuft automatisch, wiederum von einer anderen Stelle aus. Nein, da könnten sie nichts machen. Und ja, ich hätte das schon richtig verstanden, Rechnung nicht bezahlen.
Die Rechnung solle ich auf keinen Fall bezahlen, dass würde es noch schwieriger machen. Ja, das könne schon sein, dass ich dann ins Mahnverfahren rutsche, das läuft automatisch, wiederum von einer anderen Stelle aus. Nein, da könnten sie nichts machen. Und ja, ich hätte das schon richtig verstanden, Rechnung nicht bezahlen.
Mir wird auch mitgeteilt, dass mein Problem schon verstanden werde, aber da könne man gerade absolut nichts machen, alle arbeiten daran. Man rufe mich schnellstmöglich an.
Man kennt diesen Satz. Das letzte Mal wurde er mir beim Gespräch mit der Försäkringskassa zuteil.
Ich lege auf
und gebe auf.
Ich gehe mit der Zimpfelsberger hinaus, sie nagt am Knochen, das Telefonat an mir.
Und dann stelle ich mir vor, wie ein Mensch in die Zahnarztpraxis geht. Die bereits gestellten, nicht verbuchbaren Rechnungen wurden noch einmal ausgedruckt. Der Mensch steckt die Papiere in einen Aktenkoffer, in so einen aus Kunstleder in Schlangenhautoptik, Modell DDR, steigt damit in ein Auto und fährt mit diesem Auto die 2 km von der Praxis zur Zentrale der Försäkringskassa. Dort steigt er aus, die Aktentasche an den Leib gepresst, geht in die Zentrale und übergibt sie dort einem anderen Herren. Der wiederum setzt sich an einen PC und tippt die Angaben auf dem Papieren in meine Chronik. Nein, ich korrigiere meine Gedanken. Er tippt die Summen der Rechnungen in einen Taschenrechner, notiert dann handschriftlich die Gesamtsumme auf einem Zettel, und gibt dann telefonisch ein OK, dass nun meine Kostenrechnungen für die weiteren Behandlungen halbiert werden können. Dann steht der zweite Mann auf, und ich weiß, jetzt übertreibe ich wirklich, also er steht auf, zieht einen Ordner aus dem Regal und heftet die Zahnarztrechnungen mit einem handschriftlichen Vermerk ab. Dann schiebt er den Ordner zurück an seinen Platz und schüttelt den Kopf, denn er ist ein wenig ungehalten darüber, dass ihn das ganze jetzt eine halbe Stunde Arbeit gekostet hat.
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