Ich hab es satt.
Wieder einmal, ein Aufschrei durch die sozialen Medien. Ein
2jähriger, gesunder Schäferhund wird eingeschläfert. Dummerweise vor laufender
Kamera. Menschen empören sich, sind erschüttert und entsetzt.
Und ich habe es
so satt. Wir lassen unseren Katzen ein Bein amputieren, Hunden mit gelähmten
Hinterbeinen werden Rollwägelchen untergeschoben und der Verzehr von Pferdefleisch
wird als widerlich abgewertet. Aber eine Kuh, die mit 4 Jahren geschlachtet wird, weil sie nicht mehr genügend Milchleistung hat, das ist schon okay.
Vor einiger Zeit kam mir ein Post auf FB unter, in dem
jemand nach neuen Plätzen für ein paar Ponys sucht. Der Text dazu erzählte, dass
die Pferde von einem Tiertransporter gerettet wurden. Sie standen, so hieß es, unter unzähligen Kühen, die auf dem Weg zum
Schlachthaus waren. Und man kommentierte mit Ach-wie-schrecklich und Du-bist-ein-guter-Mensch Bekundungen. Meine Frage, ob denn schon
jemand für die Rinder gefunden sei, blieb unverstanden.
Ich habe es satt, weil ich den Unterschied zwischen einem
Schwein und einem Hund nicht verstehe, noch zwischen einer Kuh und einem Pferd.
Und dennoch, die Aufschreie über
getötete Schweine halten sich in Grenzen. Eine Horde Rinder auf dem Weg zum
Schlachthaus spielt keine Rolle. Unser gutes Menschschein reicht eben nur für
vier Ponys.
Unsere Haustiere existieren nur, weil wir sie züchten. Und
die meisten werden geboren, erleiden ein kurzes, sinnloses Leben, nur um nach einem langen Transport geschlachtet
zu werden. Das hat sich der Mensch so
ausgedacht.
Und nahezu jedes Schwein, mag es auch noch so ein
tiergerechtes Leben führen, frei herum springen dürfen und im Schlamm wühlen
können, wird am Ende getötet werden,
obwohl es völlig gesund ist und sehr jung. Es ist schlau, lernfähig, empfindsam,
hat ein höchst ausgeprägtes Sozialverhalten und wer es näher kennt, schließt es
ins Herz.
Der einzige Unterschied zu unserm Hasso ist, dass es nur zum
Töten geboren wurde. Damit ist es weniger
wert als ein Tier, dem eine längere Lebensspanne zugedacht wurde.
Liebe Empörer, spart Euch eure Verlogenheit. Ein bisschen
auf Facebook den Tierarzt beschimpfen während man sich Milch in den Kaffee gießt und sich abends beim Schnitzel noch
einmal über das Schicksal von Schnuffi aufregen, das ist albern.
Aber unter all den Tieren sind wir Mensch wohl einfach die
größten Rassisten.

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