24. November 2016

Bei Tieren sind wir doch alle Rassisten



Ich hab es satt.

Wieder einmal, ein Aufschrei durch die sozialen Medien. Ein 2jähriger, gesunder Schäferhund wird eingeschläfert. Dummerweise vor laufender Kamera. Menschen empören sich, sind erschüttert und entsetzt. 

Und ich habe es so satt. Wir lassen unseren Katzen ein Bein amputieren, Hunden mit gelähmten Hinterbeinen werden Rollwägelchen untergeschoben und der Verzehr von Pferdefleisch wird als widerlich abgewertet. Aber eine Kuh, die mit 4 Jahren geschlachtet wird, weil sie nicht mehr genügend Milchleistung hat, das ist schon okay.

Vor einiger Zeit kam mir ein Post auf FB unter, in dem jemand nach neuen Plätzen für ein paar Ponys sucht. Der Text dazu erzählte, dass die Pferde von einem Tiertransporter gerettet wurden. Sie standen, so hieß es,  unter unzähligen Kühen, die auf dem Weg zum Schlachthaus waren. Und man kommentierte mit Ach-wie-schrecklich und Du-bist-ein-guter-Mensch  Bekundungen. Meine Frage, ob denn schon jemand für die Rinder gefunden sei, blieb unverstanden.

Ich habe es satt, weil ich den Unterschied zwischen einem Schwein und einem Hund nicht verstehe, noch zwischen einer Kuh und einem Pferd.  Und dennoch, die Aufschreie über getötete Schweine halten sich in Grenzen. Eine Horde Rinder auf dem Weg zum Schlachthaus spielt keine Rolle. Unser gutes Menschschein reicht eben nur für vier Ponys.

Unsere Haustiere existieren nur, weil wir sie züchten. Und die meisten werden geboren, erleiden ein kurzes, sinnloses  Leben, nur um nach einem langen Transport geschlachtet zu werden.  Das hat sich der Mensch so ausgedacht.

Und nahezu jedes Schwein, mag es auch noch so ein tiergerechtes Leben führen, frei herum springen dürfen und im Schlamm wühlen können, wird am Ende getötet werden, obwohl es völlig gesund ist und sehr jung. Es ist schlau, lernfähig, empfindsam, hat ein höchst ausgeprägtes Sozialverhalten und wer es näher kennt, schließt es ins Herz.

Der einzige Unterschied zu unserm Hasso ist, dass es nur zum Töten geboren wurde. Damit  ist es weniger wert als ein Tier, dem eine längere Lebensspanne zugedacht wurde.

Liebe Empörer, spart Euch eure Verlogenheit. Ein bisschen auf Facebook den Tierarzt beschimpfen während man sich Milch in den Kaffee gießt und sich abends beim Schnitzel noch einmal über das Schicksal von Schnuffi aufregen, das ist albern.


Aber unter all den Tieren sind wir Mensch wohl einfach die größten Rassisten.

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